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Wer nach einer Berufslehre zehn Jahre spart, soll sich ein Eigenheim leisten können – das fordert die FDP

Wer nach einer Berufslehre zehn Jahre spart, soll sich ein Eigenheim leisten können – das fordert die FDP

Der Traum vom eigenen Haus ist für viele unerreichbar. Die Freisinnigen verlangen nun einen «Eigentumspakt».

Die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum in der Schweiz haben sich seit 2017 um 38 Prozent verteuert. Ein Haus, das damals für eine Million Franken auf den Markt kam, würde heute für rund 1,38 Millionen Franken den Besitzer wechseln. Vor allem Junge mit wenig Eigenkapital können sich deshalb heute kaum mehr Wohneigentum leisten.

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Diese Entwicklung hat aus Sicht der FDP gravierende Auswirkungen für das Land. «Schwindet die Chance auf eigenen Besitz, so lockt die Umverteilung von Fremdem», schreibt die Partei in einem Positionspapier, das die Delegierten am Samstag in Solothurn zum Auftakt der Wahlkampagne 2027 verabschiedet haben. Die FDP fordert deshalb einen «Eigentumspakt für den Mittelstand»: Wer eine Berufslehre oder eine andere Ausbildung abschliesst und zehn Jahre «gewissenhaft» spart, soll sich Wohneigentum leisten können.

Im Visier hat die FDP den kalkulatorischen Zinssatz, also den fiktiven Zins, mit dem die Banken rechnen, um die Tragbarkeit einer Hypothek abzuschätzen. Heute wird er meist bei 5 Prozent festgesetzt. Kann ein Hauskäufer die Hypothek auch dann noch bedienen, wenn die Zinsen diese Marke erreichen, dann gilt das Risiko als tragbar.

Gerade für Junge, die am Beginn der beruflichen Laufbahn stünden und weder ein hohes Einkommen noch viel Eigenkapital hätten, sei diese Hürde oft unüberwindbar. Hier brauche es deshalb «deutlich mehr Augenmass», schreibt die FDP. Die Risiken einer Immobilienblase seien angesichts der Wertentwicklung überschaubar und liessen sich mit langfristigen Fixhypotheken begrenzen. Konkrete Vorgaben zur Lockerung nennt die Partei in ihrem Papier indes keine.

Um den Erwerb von Wohneigentum zusätzlich zu erleichtern, müsse zudem die Reform des Stockwerkeigentumsrechts so rasch wie möglich umgesetzt werden, schreibt die FDP. Das Gesetz aus dem Jahr 1965 sei «völlig veraltet». So fehlt etwa eine Regelung zum Kauf von noch nicht gebautem Stockwerkeigentum. Auch ist es nach wie vor möglich, dass ein einzelner renitenter Eigentümer einen Beschluss der Eigentümerversammlung blockiert. Zudem können fehlende oder unterfinanzierte Erneuerungsfonds Sanierungen verhindern.

Die Reform steht seit über einem Jahrzehnt im Forderungskatalog der Partei. 2014 stiess der freisinnige Ständerat Andrea Caroni die Gesetzesrevision mit einem Postulat an, 2019 stimmte das Parlament der Revision zu. Vor wenigen Wochen hat nun der Bundesrat die entsprechende Botschaft verabschiedet.

Einen weiteren Hebel zur Schaffung von Wohnraum sieht die FDP in der Raumplanungspolitik. Es habe sich gezeigt, «dass das Land sich auf dem Papier weit einfacher verdichten lässt als in der Realität». Die Verdichtung scheitere an Einsprachen, langen Verfahrensdauern und lokalem Widerstand. Die Schweiz brauche mehr Wohnraum – was ohne neue Bauzonen nicht zu haben sei. Kantone und Gemeinden sollen deshalb wieder neue Bauzonen schaffen können, basierend auf klar definierten Parametern wie etwa der Leerwohnungsziffer.

Potenzial sieht der Freisinn zudem in leerstehenden Büros. Landesweit stünden 3,17 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer, was 30 000 durchschnittlichen Schweizer Wohnungen entspreche. Dank Home-Office und KI werde der Bedarf an klassischer Bürofläche weiter sinken. Um diese leerstehende Fläche zu nutzen, müssten Zonenpläne flexibler gestaltet werden.

Weiter verlangt die Partei einen Abbau bürokratischer Hürden. Unter anderem sollen das Bewilligungs- und das Rekursverfahren beschleunigt und vereinfacht, der Einfluss von Heimat- und Denkmalschutz begrenzt und das Einspracherecht eingeschränkt werden. Auch beim Lärmschutz will die FDP Kompromisse zulassen.

Das Positionspapier umfasst weitere Forderungen zu Verkehr, Energie und Klima. Unter anderem soll die Schweiz eine Führungsrolle bei der Förderung des autonomen Fahrens einnehmen. Weiter erneuert die FDP ihr Bekenntnis zum Stromabkommen mit der EU. Das Abkommen senke die Kosten für die Netzstabilität und stärke die Versorgungssicherheit der Schweiz.