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Gruppe HUruguayer flippen aus: Spanischer König sieht Goalie-Demütigung12493

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Uruguay hat sich nach einem weiteren würdelosen Auftritt von dieser Fussball-WM verabschiedet. Nach zwei Unentschieden verloren die Südamerikaner das entscheidende letzte Gruppenspiel verdient mit 0:1 (0:1) gegen Spanien. Der Europameister und WM-Mitfavorit sicherte sich mit sieben Punkten souverän den ersten Tabellenplatz.

Beim Treffer von Álex Banea in der 42. Minute leistete sich Uruguays routinierter Torwart Fernando Muslera in seinem 137. Einsatz einen schweren Fehler. Er war auch in den Partien zuvor an den Gegentoren mitbeteiligt gewesen. Für Uruguays argentinischen Trainer Marcelo Bielsa dürfte es das ebenfalls gewesen sein. Uruguays Agustin Canobbio sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte (90.+4).

Berichten aus Uruguay zufolge war die aufgeladene Stimmung zwischen Teilen der Mannschaft und dem 70-Jährigen schon vor dem Anpfiff eskaliert. Als er dann später während der Partie ausgerechnet Kapitän Fede Valverde auswechselte, gönnten sich beide keines Blickes. Valverde zog sich das Trikot vor den Mund, als er mit anderen auf der Ersatzbank sprach.

Mehr Druck auf Uruguay ging aber auch nicht. 1:1 gegen Saudi-Arabien, 2:2 gegen Kap Verde. Der erste Weltmeister der Fussball-Historie und Mitgastgeber 2030 enttäuschte auf ganzer Linie. Es gab nur eine Rettung: Einen Sieg. Und das gegen die Mannschaft, die seit 32 Partien nicht mehr bezwungen worden war und aus eigener Kraft die letzten Zweifel nach der Nullnummer gegen Kap Verde und dem 4:0 gegen die Saudis aus dem Weg räumen wollte.

Die Spanier kontrollierten zwar meist den Ball, waren aber nicht zwingend auch vor den Augen von König Felipe VI. auf der Ehrentribüne. Hinzu kamen ungewohnte Schludrigkeiten. Das Spiel in die Spitze, auch von der rechten Seite über Superstar Lamine Yamal, war zu ungenau. Damit hatten die Südamerikaner, die Trainer-Extremkauz Bielsa aufs tiefe Verteidigen ausgerichtet hatte, keine grossen Probleme.

Taktisch spielte Uruguay gut, körperlich gingen die Südamerikaner wie immer nicht zimperlich zur Sache. Voller Einsatz fürs Weiterkommen – als Zweiter hätte allerdings ein Duell mit dem grossen Nachbarn und Weltmeister Argentinien in der ersten K.o.-Runde gewartet.

Spanien, das zwar nicht gewinnen musste, aber besser sollte, kam nicht durch. Stattdessen konnte Darwin Núñez sogar ein paar mal auf sich aufmerksam machen, der mangels Spielpraxis in der saudischen Liga bisher wie ein Fremdkörper aus dem Platz gewirkt hatte. Ein Distanzschuss von Rodrigo Betancur (36.) ging drüber.

Spaniens Yamal versuchte es mit einem Solo – fünf Uruguayer waren aber zu viel. Es sah nicht so übel aus für die Südamerikaner, die seit insgesamt schon sieben Spielen nicht mehr gewonnen hatten. Bis Muslera wieder zuschlug. Den haltbaren Flachschuss von Beana konnte der 40 Jahre alte Keeper nicht parieren. Bielsa hatte ihn zurückgeholt, bei den anderen WM-Gegentoren hatte er auch schon eine schlechte Figur abgegeben. Dass Manuel Ugarte in der 45. Minute verletzt raus musste, dramatisierte die Lage der Uruguayer noch mehr.

Nun musste sich Bielsa auf seiner Getränke-Kühlbox etwas Neues einfallen lassen. Und das machte er: Muslera wurde aus dem Tor verbannt. Sergio Rochet, 33 Jahre, vor der WM lange der Stammkeeper, sollte es nun zumindest im Tor richten. Seinen Vorderleuten gingen allerdings die wenigen letzten Mittel auch noch aus.

Wie vergiftet die Stimmung allein zwischen Valverde und Bielsa ist, wurde bei der Auswechslung des Real-Stars mehr als deutlich. Auch andere hatten sich mit dem Coach angelegt, darunter die Uruguay-Legende Luis Suárez, der letztlich nicht nominiert wurde. Für den Mitgastgeber der kommenden WM auch zu Ehren der ersten WM 1930 in Uruguay hat mit dem bedenklichen WM-Aus von Zapapon die Aufarbeitung begonnen.