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NZZ International

Trump stellt sich ins Zentrum des runden Geburtstages, den Amerika in diesem Sommer begeht

Trump stellt sich ins Zentrum des runden Geburtstages, den Amerika in diesem Sommer begeht

Mit einer Wahlkampfrede hat der amerikanische Präsident am Mittwoch die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag seines Landes eröffnet. Die Ansprache war überraschend kurz, strotzte aber vor Selbstlob und Superlativen.

Für Amerika steht in diesem Sommer die «unvergesslichste Geburtstagsparty» an, die ein Land je erlebt habe. Dies kündigte Donald Trump am Mittwoch in Washington an, während einer Ansprache auf der National Mall, dem Parkareal im Zentrum der Hauptstadt.

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Diese Feier sei wohlverdient, sagte der amerikanische Präsident in einer – überraschend kurzen – Rede, die vor Superlativen und Selbstvertrauen nur so strotzte. So sagte Trump: Amerika sei «das heisseste Land», mit der besten Volkswirtschaft in der Geschichte der Menschheit. Und: Vor zwei Jahren habe die ganze Welt über die USA gelacht. Nun lache niemand mehr.

Offiziell eröffnete Trump mit dieser Ansprache die «Great American State Fair»: eine Chilbi mit Konzertbühne, Riesenrad und Essensständen, an der die amerikanische Bevölkerung rund um den Nationalfeiertag den 250. Geburtstag des Landes feiern kann. Der Präsident hatte sich zum «Headliner» des Abends erkoren, nachdem eine Reihe von Musikern ihren Auftritt aus politischen Gründen abgesagt hatten. Das Organisationskomitee «Freedom 250» stellte daraufhin das gesamte Programm des Abends um; und plötzlich stand nicht mehr der runde Geburtstag des Landes im Zentrum, sondern der gegenwärtige Präsident und seine Regierung.

Alexis WIlkins singing the national anthem. pic.twitter.com/POv5iBRvlh

So sang Alexis Wilkins, die Freundin des FBI-Direktors Kash Patel, die Nationalhymne. Und der Verkehrsminister Sean Duffy sagte in seiner einführenden Rede, zum grossen Gaudi des Publikums: Donald Trump «ist der grossartigste Präsident, den dieses Land seit George Washington hatte». Dazu spielte ein Militärorchester, und über die Parkanlage flogen mehrere Kampfjets und Bomber der amerikanischen Luftstreitkräfte.

Trump verteilte in seiner Ansprache, die nicht einmal 30 Minuten dauerte, ebenfalls viel Lob: an sich selbst, an Politiker der Republikanischen Partei und an seine Verbündeten – unter ihnen auch der Fifa-Präsident Gianni Infantino. Dem Schweizer gratulierte Trump zum bisherigen Verlauf der Fussball-WM. Alles sei «phantastisch» und alle seien glücklich, sagte der Präsident, der bisher kein einziges Spiel in einem Stadion mitverfolgt hat.

Aber sonst glich die knapp 30 Minuten lange Rede einer kurzen Zusammenfassung eines Wahlkampfauftrittes des Präsidenten. Er versprach, dass die Benzinpreise nach dem Ende des Iran-Kriegs nun stark fallen würden. Und er sagte: «Zum ersten Mal in den vergangenen 3000 Jahren werden wir endlich im Nahen Osten Frieden haben.» Dank seiner Wirtschaftspolitik, die auf tiefere Steuern und auch niedrige Ausgaben setze, werde bald ein unglaublicher Wirtschaftsboom das Land erfassen. Das Desaster, das sein Vorgänger, der Demokrat Joe Biden, angerichtet habe, werde dann endlich vorüber sein. Stattdessen befinde sich Amerika nun in einem «goldenen Zeitalter».

Trump: Iran has no missile launchers. For the first time in 3000 years, we are finally going to have peace in the Middle East. pic.twitter.com/9DugrN5AGt

Zum eigentlichen Anlass für die «unvergessliche Geburtstagsparty» hatte Trump nicht allzu viel zu sagen. Er zog zwar einige Parallelen zu den Gründervätern, die ebenfalls dem «politischen Establishment» den Kampf angesagt hätten. Ähnlich wie die Patrioten vor 250 Jahren habe auch er sich das Ziel gesetzt, das Land souverän zu machen, sagte Trump. Aber er gab auch viele Plattitüden über den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von sich. «1776, was das doch für eine Zeit war», sagte er an einer Stelle.

Und natürlich schloss Trump seine Rede mit dem Lied «YMCA» ab, vorgetragen von der United States Marine Band. Dazu tanzte er. Und das Publikum, einige tausend Menschen, jubelte. Denn bei den meisten, die sich an diesem herrlichen Sommerabend im Zentrum von Washington versammelt hatten, handelte es sich um Fans des Präsidenten.

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