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«Bist eine Legende»: Sarah Ferguson besuchte Epstein in Haft

«Bist eine Legende»: Sarah Ferguson besuchte Epstein in Haft

Es ist eine weitere unangenehme Episode in einer ohnehin belastenden Affäre: Neu öffentlich gewordene E-Mails legen nahe, dass Sarah Ferguson (66) den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gleich zweimal aufsuchte, während dieser von 2008 bis 2009 eine Haftstrafe verbüsste. Über die Besuche berichtet zuerst der «Telegraph».

Verurteilt worden war Epstein, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angeworben hatte. Der US-amerikanische Multimillionär, der 2019 während einer erneuten Haftstrafe Suizid beging, hatte für seine Taten damals 18 Monate erhalten, von denen er nur 13 absass.

Die Treffen sollen nicht im Gefängnis, sondern in einem von Epstein angemieteten Büro in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida stattgefunden haben. Möglich machte das demnach ein grosszügiges Freigang-Programm, das dem Verurteilten erlaubte, tagsüber bis zu zwölf Stunden ausserhalb seiner Zelle zu verbringen.

Das erste Treffen soll rund neun Monate nach Haftbeginn stattgefunden haben. Ferguson bat darum, auf eine «schnelle Tasse Tee» vorbeikommen zu dürfen, um Unterlagen zu ihrer Wohltätigkeitsinitiative «Mother's Army» abzugeben. Ihre Nachricht unterzeichnete die damalige Herzogin von York demnach im Original mit den Worten «Love Sarah The red Head.!!», zu Deutsch etwa: «In Liebe Sarah, der Rotschopf.»

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Wenige Tage später folgten überschwängliche Zeilen an den Häftling. In den E-Mails bezeichnete Ferguson Epstein als ihren «lieben, grossartigen und besonderen Freund» und schwärmte: «Du bist eine Legende, und ich bin so stolz auf dich ... dass du so ein wunderbarer Freund bist.» Zu diesem Zeitpunkt standen längst Vorwürfe im Raum, Epstein habe über Jahre minderjährige Mädchen für sexuelle Handlungen bezahlt.

Beim zweiten realisierten Besuch im Mai 2009 liess sie sich von Epsteins Fahrer vom Flughafen abholen und ins Palm-Beach-Büro bringen. «Kann dein brillanter Yanoush mich abholen, mich zu dir bringen, du Grosser!!», heisst es demnach in einer E-Mail. «Und dann bring mich nach Miami!??? Bitte mit Rosen obendrauf!» Ein dritter Besuch soll ebenfalls geplant gewesen, aber an geänderten Reiseplänen gescheitert sein.

Die Nachrichten sind nicht die ersten dieser Art. Sie reihen sich in eine Serie von Korrespondenzen ein, die im Zuge der laufenden Aktenveröffentlichungen des US-Justizministeriums ans Licht kamen. Bereits im Februar hatten E-Mails für Aufsehen gesorgt, in denen Ferguson Epstein gebeten haben soll, er möge sie «einfach heiraten», und in denen sie ihn um die Finanzierung eines Flug-Upgrades für sich und ihre Töchter, die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, bat.

Ferguson war von 1986 bis 1996 mit dem früheren Prinzen Andrew (66), dem Bruder von König Charles III. (77), verheiratet. Auch er steht wegen seiner Nähe zu Epstein schwer unter Druck: Nach einem millionenschweren aussergerichtlichen Vergleich mit dem mutmasslichen Missbrauchsopfer Virginia Giuffre wurden ihm königliche Titel und Aufgaben entzogen, zuletzt auch sein Prinzentitel.

Eine Sprecherin der Herzogin hatte sich bereits zuvor gegenüber der BBC geäussert. Ferguson bereue ihre Verbindung zu Epstein, ihre ersten Gedanken seien stets bei dessen Opfern. Wie viele andere sei sie auf seine Lügen hereingefallen und habe den Kontakt abgebrochen, sobald ihr das Ausmass der Vorwürfe bewusst geworden sei.

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Janelle Oldani (old), Jahrgang 2001, startete im September 2024 als Praktikantin im People-Ressort und ist seit September 2025 Redaktorin.