Rekordverkäufe«Wir verkaufen acht mal mehr Klimaanlagen als letzte Woche»921278
Die Hitzewelle treibt nicht nur die Temperaturen in die Höhe, sondern auch den Konsum und die Umsätze im Handel. Bei MediaMarkt werden derzeit rund neunmal so viele Kühlgeräte verkauft wie noch in der Vorwoche. Andere Händler sprechen ebenfalls von einem Boom: Klimaanlagen, Ventilatoren, Sonnencreme oder Stand-up-Paddles verkaufen sich so gut wie seit Jahren nicht mehr
Hast du dir dieses Jahr ein Kühlungsgerät gekauft?
Besonders gefragt sind Klimaanlagen. Media-Markt verkauft seit Beginn der Hitzewelle rund 863 Prozent mehr Geräte als noch in der Vorwoche. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus fast 300 Prozent. Brack spricht ebenfalls von einem Boom. Dort haben sich die Verkäufe von Kühlgeräten innerhalb einer Woche vervierfacht.
Auch Galaxus meldet aussergewöhnliche Zahlen: Bis Ende Mai wurden dreimal so viele Klimaanlagen verkauft wie im gleichen Zeitraum 2025. Über das gesamte erste Halbjahr betrachtet liegen die Verkäufe knapp 50 Prozent über dem Vorjahr – obwohl bereits 2025 als Rekordsommer galt, wie Manuel Wenk von Digitec Galaxus erklärt.
Gefragt sind laut Coop-Gruppe zunehmend mobille Klimageräte und Split-Klimaanlagen, die aus Innen- und einem Aussengerät bestehen. Der laute Kompressor sitzt ausserhalb des Gebäudes. Dadurch arbeiten sie leiser und deutlich effizienter als mobile Geräte.
Trotz des Booms bei Klimageräten bleiben Ventilatoren die meistgekaufte Form der Abkühlung. Bei Media-Markt stiegen die Verkäufe gegenüber Mai 2025 um fast 293 Prozent. Galaxus verkaufte dieses Jahr 74 Prozent mehr Ventilatoren als im Vorjahreszeitraum.
Besonders beliebt sind laut der Coop-Gruppe Tischventilatoren. Dahinter folgen Stand- und Turmventilatoren. Ebenfalls gefragt sind mobile Geräte wie Hand- oder USB-Ventilatoren für unterwegs oder den Arbeitsplatz.
Sowohl Brack als auch Galaxus beobachten, dass die meisten Kundinnen und Kunden erst dann zugreifen, wenn sie die Hitze selbst spüren. Gleichzeitig steigen die Ansprüche. Immer mehr Kundinnen und Kunden entscheiden sich für leistungsstärkere und teurere Modelle.
Bei Galaxus kostete eine verkaufte Klimaanlage 2023 im Schnitt noch 370 Franken. Dieses Jahr liegt der Durchschnittspreis bereits bei 490 Franken. Auch Media-Markt beobachtet einen Trend zu Premiumgeräten. Bei MediaMarkt hat sich der durchschnittliche Verkaufspreis von Ventilatoren innerhalb eines Jahres sogar mehr als verdoppelt. Käufer greifen also häufiger zu leistungsstärkeren Modellen.
Neben der Kühlleistung achten viele Käuferinnen und Käufer zudem heute stärker auf Energieeffizienz. Besonders gefragt sind Geräte mit besserer Energieklasse, Smart-Home-Funktonen, leisem Betrieb und App-Steuerung.
Die meisten angefragten Händler berichten, dass Kühlgeräte noch ausreichend verfügbar seien. Sollte die Hitzewelle länger andauern, könnten punktuelle Engpässe nicht ausgeschlossen werden.
Bei Brack sieht es anders aus: «Obwohl wir mehr Produkte an Lager genommen haben als noch im Vorjahr, sind aktuell viele Produkte ausverkauft. Wir sind aktuell dabei wo möglich noch Nachschub zu besorgen, aber auch bei den Herstellern und Lieferanten ist die Verfügbarkeit eingeschränkt», erklärt Lukas Keller von Brack.
Die hohen Temperaturen sorgen auch bei anderen Sommerartikeln für mehr Umsatz. Galaxus verkauft 56 Prozent mehr Stand-up-Paddles als im Vorjahr. Sonnencremes legen um 53 Prozent zu, Luftmatratzen um 51 Prozent und Schlauchboote um 46 Prozent.
Auch Migros sowie die Coop-Gruppe melden eine deutlich höhere Nachfrage nach Pools, Badeartikeln, Wasserspielzeug und Sonnenschutz. Brack verkauft zudem mehr Grillgeräte, Eiswürfelmaschinen, Glacemaschinen und Bewässerungssysteme.
Martine Anastasiou (man), Jahrgang 2001, arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Lifestyle