Rassismus gegen Nati-Stars?: Staatsanwaltschaft zieht Freispruch von Tiktoker Bireweich weiter
Nächste Runde im Justiz-Hickhack um Tiktoker Bireweich. Das Schaffhauser Kantonsgericht sah in den Videos des Influencers keinen Rassismus gegen Schweizer Nati-Stars. Die Staatsanwaltschaft hingegen schon – sie hat jetzt Berufung gegen den Freispruch des Influencers angemeldet.
Der Schaffhauser Chefankläger Peter Sticher bestätigt gegenüber Blick, dass man den Fall ans Obergericht weiterziehe. Machte Casorelli nur schlechte Witze oder diskriminierte er Schweizer Fussballer mit Migrationshintergrund? Mit dem Weiterzug ans Obergericht schwelt auch die Debatte weiter: Was darf Satire – und was nicht?
Influencer Bireweich aka Mirco Casorelli (40), dem auf Tiktok 100’000 Menschen folgen, sagt, die Videos seien nie ernst gemeint gewesen. Alles nur Parodie. Im Kern geht es um sechs Beiträge, in denen er Nati-Spieler beim Singen der Nationalhymne kommentierte.
Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka bezeichnete er als «Schachtelgrinde», Murat Yakin als «Kebab-Verkäufer», den schwarzen Jordan Lotomba als «gefürchige Gestalt». Casorelli nannte die Spieler «Arschloch», «fertige Tubel» und sagte über Lotomba, er würde am liebsten an «das Ding anespucke».
Der Schweizerische Fussballverband (SFV) zeigte Casorelli daraufhin an. Humor ende dort, wo die Menschenwürde verletzt werde. Das sah auch die Schaffhauser Staatsanwaltschaft so. Sie verurteilte den Tiktoker 2024 wegen Diskriminierung und Aufrufs zu Hass zu einer bedingten Geldstrafe.
Jetzt liegt der Ball beim Obergericht. Die Schweizer Fussballer haben indessen anderes zu tun. Am Freitag spielen sie in Vancouver (Kanada) den WM-Sechzehntelfinal.