WM 2026WM-Chaos: Bizarre Ausgangslage bringt Österreich ins Schwitzen1597
Normalerweise ist die Rechnung im Fussball einfach: Wer gewinnt, hat die besseren Karten. Doch vor Österreichs letztem WM-Gruppenspiel gegen Algerien ist diese Rechnung nicht ganz so einfach. Denn ausgerechnet ein Remis oder gar eine Niederlage könnte Österreich für die K.-o.-Phase wohl den einfacheren Turnierbaum bescheren als bei einem Sieg.
Grund dafür ist der neue WM-Modus, bei dem auch die acht besten Drittplatzierten weiterkommen. Argentinien steht in der Gruppe J mit sechs Punkten bereits als Gruppensieger fest. Österreich und Algerien kämpfen im Direktduell um Rang zwei – beide haben drei Punkte auf dem Konto.
Die Krux an der Sache: Wer die Gruppe als Zweiter abschliesst, trifft im Sechzehntelfinal auf WM-Topfavorit Spanien. Danach würden nach derzeitigem Stand weitere Brocken wie Portugal oder Kroatien und England warten. Wer in der Gruppe J hingegen Dritter wird und sich über den Weg der besten Gruppendritten qualifiziert, geht einem Kracher vorerst aus dem Weg.
Aber Achtung, Österreich. Weil der Iran mit drei Punkten ein kein negatives Torverhältnis hat, könnte eine hohe Österreich-Niederlage gegen Algerien auch das Aus bedeuten – völlig verrückt.
Angesprochen auf die bizarre Ausgangslage zeigen die Österreicher klare Kante. «Wir wollen die Gruppenphase überstehen. Danach ist es mir egal, ob es Spanien ist oder nicht», gibt Bayern-Stammspieler Konrad Laimer zu Protokoll. «Es interessiert mich nicht.» Auch Trainer Ralf Rangnick ist kurz angebunden: «Eine Niederlage wäre besser, weil wir dann Dritter sind? Mit diesem Vorsatz kannst du nicht ins Spiel gehen.»
Auch Vergleiche zur Schande von Gijón lässt die Trainer-Ikone nicht zu. Bei einem Remis wären beide Nationen sicher weiter: Österreich als Zweiter, Algerien als Dritter. Rangnick: «Als dieses Spiel stattfand, war keiner meiner Spieler überhaupt geboren. Das hat absolut nichts mit dem Spiel gegen Algerien zu tun.»
An der WM 1982 standen sich Österreich und Deutschland im letzten Gruppenspiel gegenüber. Das Spiel in Gijón ging als Eklat in die Geschichte ein. Nach dem frühen 1:0 von Deutschland einigten sich die Teams auf einen Nichtangriffspakt, was lustloses Ballgeschiebe und laute Pfiffe zur Folge hatte. Beide Nationen waren mit dem Resultat sicher weiter. Aufgrund der Abmachung, nicht weiter anzugreifen, ist das Spiel noch heute präsent.
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